Genuss verbindet

Eine Abschlussarbeit von Christina Kählke

Die HSD Düs­sel­dorf lud wie­der zum all­jähr­li­chen Rund­gang ein, auf dem es wie­der vie­le schö­ne Abschluss­ar­bei­ten der Design­stu­den­ten zu sehen gab. Eine Bache­lor-Arbeit ist mir dabei beson­ders auf­ge­fal­len: Das Pro­jekt »Yum­my« von Chris­ti­na Kähl­ke.

 Nicht nur, dass die Arbeit einen aktu­el­len poli­ti­schen Hin­ter­grund hat­te, was in die­sem Jahr über­ra­schend vie­le Stu­den­ten­ar­bei­ten waren. Wie Chris­ti­na mit ihrem Logo umge­gan­gen ist, hal­te ich für sehr zeit­ge­mäß. Aber kom­men wir erst ein­mal zum Pro­jekt all­ge­mein.

 Chris­ti­na hat für Ihre Bache­l­or­ar­beit ein Cor­po­ra­te Design für ein fik­ti­ves Pop-Up-Restau­rant ent­wor­fen. Das Beson­de­re an die­sem Restau­rant ist, das es von Flücht­lin­gen betrie­ben wer­den soll. Damit soll zum einen der Aus­tausch unter­ein­an­der geför­dert wer­den. Zum ande­ren erzählt hier jeder Ein­zel­ne über sei­ne kuli­na­ri­sche Kul­tur etwas über sich und sei­ne Her­kunft.

 

Das Logo von »Yum­my« ist eine Wort­mar­ke aus ver­schie­de­nen Schrift­ar­ten, womit Chris­ti­na auf die ver­schie­de­nen Her­kunft­län­der anspielt. Dazu addier­te sie einen Ring, der je nach Pro­dukt die Far­ben der ver­schie­de­nen Län­der auf­weist und Food-Foto­gra­fi­en. Inter­es­sant ist hier­bei, dass das Logo genau­so wich­tig wirkt wie die Pro­dukt­be­zeich­nun­gen für »Reis« oder »Kur­ku­ma«.

 Mitt­ler­wei­le sieht man in vie­len neu ent­wi­ckel­ten Cor­po­ra­te Designs, dass das Logo immer weni­ger wich­tig wird. Statt­des­sen wird wie hier nach einer sehr fle­xi­blen visu­el­len Klam­mer gesucht. Wie­der­er­ken­nung wird gewähr­leis­tet, folgt aber nicht mehr star­ren Regeln. Damit ist man gut gerüs­tet, um als Mar­ke nicht nur auf Print­me­di­en, son­dern vor allem auf digi­ta­len Medi­en und sozia­len Netz­wer­ken auf­zu­tre­ten. Da der digi­ta­le Dia­log mit den eige­nen Kun­den immer wich­ti­ger wird, darf das Cor­po­ra­te Design dem nicht im Weg ste­hen.

Eine klei­ne Schwä­che hat Chris­ti­nas Arbeit den­noch: Die Gestal­tung ist so locker und lose, das man sich manch­mal ein Ele­ment wünscht, an dem das Auge hän­gen blei­ben kann. Dafür ist die Prä­sen­ta­ti­on mit The­ke, ver­schie­de­nen Medi­en und Anwen­dun­gen abso­lut per­fekt und sau­ber.

 Und viel wich­ti­ger: Hier ist eine schö­ne, klei­ne Ant­wort auf eines unse­rer aktu­el­len Pro­ble­me ent­stan­den.

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